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Doch erst knapp fünf Jahre später, im Januar 2017, fiel die Hetzkarikatur einem Studenten auf, der den Verlag informierte. Klett zeigte sich erschüttert und sprach von einem "unsäglichen Elaborat". Die Darstellung sei demnach kurz vor Druckfreigabe "nicht bemerkt worden". Der Verlag reagierte konsequent: Kurzfristig wurde eine Austauschseite für das Schulbuch im Netz veröffentlicht, Schulen konnten das Werk gegen eine überarbeitete Version austauschen.

Eigentlich ausgetauscht, trotzdem noch genutzt

Oft aber bleiben Schulbücher mit antisemitischen Vorurteilen trotz Korrektur der entsprechenden Texte noch lange im Umlauf. "Selbst wenn inzwischen neue und verbesserte Auflagen produziert wurden, finden sich die alten Schulbücher oft noch viele Jahre in den Schulen und werden weiter benutzt", sagte Josef Schuster am Montag.

Grund ist die lange Lebensdauer von Schulbüchern, die zum Teil jahrelang von einer Schülergeneration an die nächste weitergegeben werden. Am Wochenende hatte der Zentralratspräsident in einem Interview heftige Kritik an dieser Praxis geübt. "Es gibt dort zuweilen Bilder, die von antisemitischen Stereotypen geprägt sind und damit eher an den 'Stürmer' erinnern, als dass sie eine sachliche Darstellung bieten würden", sagte Schuster. Der "Stürmer" war ein judenfeindliches Nazi-Propagandablatt.

"Es gibt sehr viele Lehrbücher, die das Thema Judentum nur sehr rudimentär aufzeichnen", kritisierte Schuster. Judentum beschränke sich nicht auf die Zeit zwischen 1933 und 1945. "Es gab jüdisches Leben in Deutschland viele Jahrhunderte davor, und es gibt es glücklicherweise heute wieder." Das aber komme in den Büchern so gut wie nie vor.

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Miriam Ullrich      E-Mail   Kontakt    Impressum